Konzertbuero Ginsberg

Nouvelle Vague: Das Berliner Avantgarde-Duo und seine audiovisuellen Konzerte

· Kersten Ginsberg
Nouvelle Vague: Das Berliner Avantgarde-Duo und seine audiovisuellen Konzerte

Intensive Licht- und Klangerfahrungen, bei denen Bild und Ton nicht getrennt voneinander gedacht werden können – das ist das Markenzeichen des Berliner Duos Nouvelle Vague. In einer Stadt, die seit Jahrzehnten als Laboratorium für musikalische und künstlerische Grenzüberschreitungen gilt, haben sich die beiden Künstler eine eigene ästhetische Sprache erarbeitet, die weit jenseits konventioneller Konzertformate operiert.

Ein Name, ein Programm

Der Name „Nouvelle Vague" ist kein Zufall. Er verweist auf die gleichnamige Bewegung im französischen Kino der späten 1950er und 1960er Jahre, die das Erzählkino radikal in Frage stellte, mit Konventionen brach und neue filmische Grammatiken erfand. Was Godard, Truffaut und Varda für das Bild leisteten, übertragen die Berliner auf den auditiven und visuellen Raum der Gegenwartskunst: die Verweigerung des Gewohnten, die Suche nach dem Uneigentlichen, die Freude am produktiven Widerspruch.

Avantgarde Musik entfaltet ihre Kraft selten allein durch den Klang. Beim Berliner Duo Nouvelle Vague ist die visuelle Ebene von Anfang an mitgedacht – kein nachträgliches Bühnenbild, sondern ein integraler Bestandteil der Komposition.

Berlin als Resonanzraum

Berlin ist für solche Projekte kein zufälliger Entstehungsort. Die Stadt verfügt über eine einzigartige Infrastruktur für experimentelle und audiovisuelle Kunst. Das Berlin Atonal, ursprünglich 1982 gegründet und ab 2013 im Kraftwerk Berlin neu aufgelegt, gilt weltweit als Maßstab für audiovisuelle Ästhetik und industriell geprägten Klangraum. Das Festival bringt jährlich Hunderte Musiker, Choreografen, Klang- und Bildkünstler zusammen und schafft damit genau das Umfeld, in dem Projekte wie Nouvelle Vague Berlin wachsen und wirken können.

Parallel dazu gibt die transmediale, eines der weltweit bedeutendsten Festivals für digitale Kultur und Medienkunst, alljährlich den Takt vor, wenn es um die kritische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Technologie, Kunst und Gesellschaft geht. Seit 1988 hat das Festival unzähligen audiovisuellen Kunstpraktiken ein Forum geboten.

Diese institutionelle Dichte ist kein Hintergrundrauschen – sie ist der Nährboden, aus dem heraus Künstler wie Nouvelle Vague Berlin ihre Arbeit entwickeln.

Audiovisuelle Konzerte: Was das bedeutet

Ein audiovisuelles Konzert unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Konzertformat. Es gibt keine Trennlinie mehr zwischen dem, was man hört, und dem, was man sieht. Lichtsteuerung, Projektion, Bewegung im Raum – all das wird kompositorisch behandelt. Der Körper des Zuhörers ist nicht nur Klangempfänger, sondern Teil eines räumlichen Erlebens.

Diese Praxis hat eine lange Geschichte in der experimentellen Kunst, die von Pionieren wie dem in Berlin lebenden Robert Rutman mitgeprägt wurde. Rutman, der mit seinem US Steel Cello Ensemble an der Volksoper und im Loophole auftrat, zeigte, wie selbstgebaute Instrumente und unkonventionelle Materialien klangliche und visuelle Welten aufspannen können – eine Haltung, die das Berliner Duo aufgreift und weiterdenkt.

Die Frage der Aufführungsorte

Für audiovisuelle Avantgarde-Projekte stellt sich die Frage nach dem geeigneten Aufführungsort mit besonderer Dringlichkeit. Herkömmliche Konzerthallen bieten selten die technischen Voraussetzungen oder die atmosphärische Offenheit, die solche Werke benötigen. Stattdessen finden sich Neue Vague Berlin und vergleichbare Ensembles in:

  • Industriellen Hallen und Zwischennutzungsprojekten
  • Medienfestivals mit interdisziplinärem Anspruch
  • Kunstinstitutionen, die Klang als eigenständiges Medium behandeln
  • Kleineren Club-Venues mit technischer Infrastruktur für Licht und Video

Diese Flexibilität ist kein Mangel – sie ist Programm. Die künstlerische Aussage entsteht immer auch aus der Wechselwirkung mit dem Raum.

Booking und Vermittlung: Eine Nische mit Eigenlogik

Die Vermittlung von Avantgarde-Projekten folgt anderen Regeln als das Mainstream-Booking. Veranstalter, Festivals und Venues, die solche Formen suchen, bewegen sich in einem spezialisierten Netzwerk. Agenturen wie das Konzertbüro Ginsberg, das sich auf Weltmusik, experimentelle und avantgardistische Künstler spezialisiert hat, übernehmen dabei eine wichtige Brückenfunktion: Sie kennen sowohl die künstlerischen Eigenheiten ihrer Acts als auch die Erwartungen von Kuratorinnen und Programmverantwortlichen.

Das Musikinformationszentrum Deutschland (miz.org) listet spezialisierte Künstleragenturen auf, die sich genau in diesem Segment bewegen – weit abseits der Major-Booking-Strukturen, aber mit profundem Wissen über die Szene.

Warum Avant-garde Musik Berlin braucht – und Berlin sie

Die Stadt Berlin ist seit der Teilung, spätestens aber seit dem Mauerfall, ein Ort, an dem künstlerische Grenzüberschreitung nicht Ausnahme, sondern Erwartung ist. Das schafft sowohl Freiheit als auch Verantwortung für Künstlerinnen und Künstler, die hier arbeiten. Ein Projekt wie Nouvelle Vague Berlin muss sich nichts beweisen – es muss nur konsequent sein. In seiner Weigerung, Bild und Klang zu trennen, in seiner Intensität und seinem Anspruch an das Publikum, wirklich da zu sein und wirklich hinzuhören, ist es ein exemplarisches Berliner Kunstprojekt.

Wer audiovisuelle Avantgarde buchen oder erleben möchte, findet im Konzertbüro Ginsberg einen Ansprechpartner mit tiefem Verständnis für diese Kunstform – und mit dem Netzwerk, das nötig ist, um solche Begegnungen zu ermöglichen.